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THEMA: Sayonara Zetsubou Sensei

Sayonara Zetsubou Sensei 7 Jahre 2 Monate her #387479

  • tariuchiha
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Habt ihr schon mal versucht, euch umzubringen? Ich nicht, und ich hoffe, dass ihr meinem Beispiel gefolgt seid.
Doch Nozomu Itoshiki tat dies schon häufiger, in Wahrheit versucht er es immer wieder.

Die Handlung Sayonara Zetsubou Senseis dreht sich um den, schon erwähnten, Nozomu Itoshiki, einen jungen Lehrer an einer Highschool Koishikawas und um seine Schüler. Könnte man zumindest meinen. Nach jeder der einfolgigen Vorstellungen der wenigen wichtigen Schüler, die, anders als die vielen Uninteressanten sogar mit richtigem Gesicht dargestellt werden, nimmt Sayonara Zetsubou Sensei in jeder Folge ein anderes Thema aufs Korn, meistens klischeehaft überzogen. Doch auch die Vorstellungen sind total überzogen, man denke an die illegale Einwanderin Maria. Letzten Endes gibt es keine echte, durchgehende Handlung, es ist ein lose zusammenhängendes Konstrukt aus Folgen, welches die Macher da fertigten, sogar K-On bietet in Sachen Story mehr, das will was heißen. Hier krankt der Anime das erste Mal. Man kann zwar über diesen Fakt gutmütig hinwegsehen, doch mich Story-Fetischisten stört dieser Umstand doch schon.

In Sachen Genre ist Sayonara Zetsubou Sensei im Comedy-Bereich einzuordnen, doch direkt hier krankt die Serie das zweite Mal, beziehungsweise, was heißt "krankt", der Humor ist nun mal sehr zugeschnitten, statt Situationskomik, wie man sie aus den meisten Comedy-Animes kennt und über die der Großteil am schnellsten lacht, bietet Sayonara Zetsubou Sensei jede Menge Wortwitz (auf Japanisch, größtenteils beziehen sich die Pointen auf Lesungen von Kanji) und Satire. Und Satire, die viele Aspekte der japanischen Gesellschaft, Kultur et cetera aufs Korn nimmt, ist für Außenstehende nun mal nicht gut zu verstehen, zumindest nicht spontan. Da wir ja eine deutsche, keine japanische Community sind, stößt dies doch ein wenig bitter auf.

Genauso klischeehaft wie die Themen, wenn nicht noch klischeehafter, sind die schon angesprochenen Charaktere, allen voran Kafuka Fuura, der Name eine Anlehnung an Franz Kafka, die einfach nur, nett ausgedrückt, seltsam ist. Man hat vom illegalen Einwanderkind, über den Otaku und die Streberin, bis hin zur Hikikomori und einer Stalkerin alles dabei. Sogar über Fanservice wird sich in Form einer europäischen, stereotypen Austauschschülerin lustig gemacht. Doch diese offensichtlich überzeichneten Schüler sind eine der großen Stärken und Säulen des Animes, ohne diese Überzeichnung würde der westliche Zuschauer kaum noch beim Zuschauen lachen können.

Doch die größte Schwäche Sayonara Zetsubou Senseis ist die unterschiedliche Qualität einzelner Folgen. Während die Folge um die illegale Einwanderin Maria eine der besten des Anime ist, mit diesem genialen Einfall des gekauften Schülerausweises, herrlich abstrus, ist Folge 4, Hin und her Gerenne, Tierschwänze und ein Fall ins Löwengehege, teilweise einfach nur langweilig. So etwas kann sich bei einem 12 Folgen kurzen Anime schon katastrophal auswirken. Und diese Folge ist kein Einzelfall. Glücklicherweise überwiegen die guten Folgen doch schon in einer demokratischen Zweidrittelmehrheit, sodass die Qualität nicht in den Keller rauscht, doch senkt diese Mischung die des Anime enorm.


Doch die wahre Stärke ist der Stil. Eine Adaption alter, klassischer Anime- und Zeichenstile Japans, mit einer genialen Schattensetzung, einem super Kontrast und einem doch gelungenem Fokus. Normalerweise mecker ich immer rum, wenn ein Anime die Fokussierung und das damit einhergehende Abblenden des restlichen Bildes als Stilmittel nutzt, doch Sayonara Zetsubou Sensei setzt es dermaßen geschickt ein, dass es sogar mir gefällt.
Ich kann also doch eine Empfehlung aussprechen, wenn auch nicht uneingeschränkt. Leute, die sich nicht gern mit dem Humor eines Animes auseinandersetzten, werden bei Sayonara Zetsubou Sensei nur die Hälfte der Pointen mitbekommen. Doch wer auf durchgeknallte Satire und noch durchgeknalltere Intros steht, der kann bedenkenlos zugreifen.

Ich verabschiede mich nun, nach dieser doch kürzeren Recommendation, viel Spaß beim Schauen und sonst noch alles Gute wünscht euch
Tari

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Letzte Änderung: 7 Jahre 2 Monate her von tariuchiha.
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Sayonara Zetsubou Sensei 7 Jahre 2 Monate her #388383

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Ich find deinen Text sehr gut geschrieben!
Deine Absätze machen es viel einfacher den Text zu lesen und auch deine Formulierungen sind knapp und verständlich.
Vom Genre her spricht mich der Anime nicht wirklich an, da ich eher auf Anime mit komplexen und tiefgründigen Handlungen stehe, aber nachdem ich mir das hier durch gelesen habe, hab ich schon eine gewisse Interesse an dem Anime gefunden.
Ich mag deinen Art von Humor, wenn das Humor sein sollte. (Ja, ich erkenne sowas nicht auf Anhieb)
Eine Frage hätte ich jedoch noch: Du hast am Anfang geschrieben, dass Nozomu Itoshiki sich öfter versucht hat umzubringen.
Meiner Meinung nach fehlt hier der Grund, weshalb er sich umbringt, wenn du schon mit diesem Thema anfängst!
(Ja, ich habe den Anime noch nicht gesehen)

LG, MrThaeng.
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Sayonara Zetsubou Sensei 7 Jahre 2 Monate her #388551

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Warum er sich umbringt?
Wegen alles was ihn verzweifeln lässt.
Hört sich seltsam an, aber man versteht es, wenn man den Anime sieht ;)

Witzigerweise habe ich den Anime ca. ne Woche angefangen, bevor er hier als recommendation kam.
Man hätte vielleicht noch erwähnen können, dass auf die 12-folgige erste Staffel noch zwei(?) weitere kommen.

Bin jetzt bei Folge 5 der Zweiten Staffel und muss sagen, dass mich der Humor total anspricht.
Zwar nur, weil er mal was anderes ist, aber trotzdem.

Hat mir bisher viel Spaß gemacht!
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