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THEMA: Ghost in the Shell - Ein Flop an den Kinokassen

Ghost in the Shell - Ein Flop an den Kinokassen 1 Jahr 3 Monate her #791547

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*o-hi*
Konnichi wa!

Gestern Abend durfte ich Ghost in the Shell in der Spätvorstellung im recht leeren Kinosaal sehen. Generell fand ich den Film nicht schlecht, er ist jetzt kein Meisterwerk, aber doch recht solide und unterhaltend. Es fehlte leider etwas an Tiefgang und auch die Story wurde meiner Meinung nach viel zu schnell abgehandelt. Positiv aufgefallen sind mir aber Scarlett Johansson, die Actionszenen und die Special Effects.
Allerdings muss ich auch sagen, dass ich weder den Manga noch den Anime kenne und daher kann ich die Umsetzung schlecht beurteilen.

Leider sieht es so aus, dass Ghost in the Shell an den Kinokassen floppt und Verluste von knapp 60 Mio US$ einfahren wird. Als Hauptgrund wird die Besetzung des Majors durch Scarlett Johansson genannt.

Jetzt meine Fragen aus reinem Interesse:
Glaubt ihr, dass der Flop durch das sogenannte "White-Washing" zustande gekommen ist?
Wenn ihr den Film gesehen habt, wie hat er euch gefallen?
Und wenn ihr ihn nicht gesehen habt, warum (noch) nicht?
Und zu guter letzt, eine Frage an diejenigen, die Live Action und Anime/Manga kennen: Wie schneidet der Film ab im Vergleich zur Grundlage?

Schon mal vielen Dank an alle, die mir antworten.
*o-bye*

Ghost in the Shell - Ein Flop an den Kinokassen 1 Jahr 3 Monate her #791551

Hi!
Ich hab mir letzten Freitag auch den Film angeschaut, und bin mehr oder weniger auf die selben Schlüsse gekommen. Abgesehen von den Special Effects und den Actionszenen, lässt der Film, im Vergleich zum Anime, Story-technisch viel zu wünschen. Ich glaube aber nicht, dass der Flop allein wegen dem White-washing zustande gekommen ist. Das wahre Problem ist das auf die eigentliche Geschichte nicht wirklich eingegangen worden ist. Mit mir hat sich eine Freundin, die nichts mit Manga und Anime am Hut hat, den Film angeschaut, und die war der Meinung das sie einfach nicht mitgekommen ist, weil die ganze Handlung viel zu schnell ausgeführt worden ist. Für jemanden der die Vorlage nicht kennt, ist es einfach schwer den Film zu verstehehen.
lg.
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Ghost in the Shell - Ein Flop an den Kinokassen 1 Jahr 3 Monate her #791611

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Habe ihn vor kurzem auch gesehen und war alles andere als begeistert. Für mich nichts weiter als ein weiterer stumpfer 08/15 Hollywood Streifen, der den Namen "Ghost in the Shell" definitiv nicht verdient hat, denn die Original-Story war defacto nicht vorhanden. Die Actionszenen, sowie Special Effects waren zwar wirklich gut gemacht, aber ohne Story absolut sinnlos.

Also ich war froh das ich Freikarten für das Kino hatte, denn diese Live-Action Umsetzung hat meiner Meinung keinen Cent verdient, wenn ein Meisterwerk wie Ghost in the Shell so verunstaltet wird.

Im Vergleich zu den Mangas und den Animes (Filme/Serien) ist dieser Film für mich eine glatte 5 (Schulnote), ohne die gut umgesetzten Actionszenen und Special Effects sogar eine glatte 6.
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Ghost in the Shell - Ein Flop an den Kinokassen 1 Jahr 3 Monate her #791625

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Miss-Otaku schrieb:
Glaubt ihr, dass der Flop durch das sogenannte "White-Washing" zustande gekommen ist?
Wieder was gelernt, den Begriff kannte ich so ehrlich gesagt noch gar nicht. ^^

Ich habe den Film bisher nicht gesehen. Beim Anime-Film Festival wurde der Trailer gute 5-6 mal gezeigt, weshalb mir die Werbung in Dauerschleife irgendwann zum Halse heraushing und ich infolgedessen eine innerliche Abneigung gegen diesen Film entwickelt habe. Diese hält vielleicht auch noch bis heute ein bisschen an.

Das ist natürlich nicht der ausschlaggebende Grund, warum ich den Film nicht gesehen habe. Ich habe mit Ghost in the Shell ehrlich gesagt nicht viel am Hut. Genauer gesagt: eigentlich gar nichts. Der Anime hat mich rein vom Setting her nicht unbedingt angesprochen, weshalb sich mein persönlicher Hype auf die Realverfilmung bisher auch stark in Grenzen gehalten hat. Dennoch denke ich, dass das sicherlich im Bezug auf den Realfilm gar nicht einmal so schlecht ist. Der Trailer hat mich allerdings nicht unbedingt neugierig gemacht. Rein vom Inhalt her hatte ich nach dem Trailer eigentlich keine Ahnung, worum es in dem Film geht. Klar war aber, dass es vermutlich rein optisch nicht schlecht aussehen wird. Nachdem der Trailer einen recht laschen Eindruck hinterlassen hat, konnte man mich nicht davon überzeugen, mir diesen Film tatsächlich auch im Kino anzusehen.

Aber um noch einmal auf das White-Washing zurück zu kommen. Ich denke nicht, dass dies der Grund für den Flopp an den Kinokassen ist. Vielmehr glaube ich, dass die Erwartungen an den Film von Seiten der Fans doch recht hoch waren und diese von vornherein auch kaum erfüllt werden konnten. Warum sich alle über Scarlett Johanson beschweren, kann ich nun nicht unbedingt nachvollziehen. Für eine so schlechte Schauspielerin halte ich sie eigentlich nicht, aber ich kenne auch die Vorlage nicht. Infolgedessen kann ich wohl auch nicht wirklich beurteilen, inwiefern sie in die Rolle passt (von der Hautfarbe mal abgesehen).

Sollte der Film irgendwann einmal auf Amazon Prime erhältlich sein, werde ich ihn mir sicherlich ansehen. Zumindest optisch scheint es ja ein bisschen was herzumachen - wirklich groß ist die Neugier aber wohl nicht.
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Ghost in the Shell - Ein Flop an den Kinokassen 1 Jahr 3 Monate her #791682

Hallo.


Wieder was gelernt, den Begriff kannte ich so ehrlich gesagt noch gar nicht. ^^
dabei kam er doch spätestens bei der #OscarsSoWhite-Debatte (glaub 2015) verstärkt auf und hängt mir jedenfalls ungefähr so sehr zum Hals raus wie dir möglicherweise der Trailer.^^


Dass der Flop durch eine vermurkste Adaption des Animes zustande kam, zweifle ich an der Stelle mal stark an, denn aus persönlicher Erfahrung mit Leuten aus meinem Umfeld, die auch durchaus als regelmäßigere Kinogänger zu bezeichnen wären, ist es so, dass man den Anime schlicht nicht kennt um von irgendwelchen Erwartungen enttäuscht zu werden. Ebenso ist es gleich ob der Film einem gefallen hat oder nicht, letzten Endes hat man dafür gezahlt. Da der Film sich aber finanziell zu einem Flop entwickelt, sollte man sich eher der Frage widmen, warum denn die Leute erst gar nicht reingehen woll(t)en.. Und das Problem ist dort, wo ich auch anfänglich dieselben Befürchtungen hatte, die man auch jetzt noch gut als Kritik anbringen kann, dass es sich nämlich um einen bloßen Scarlett Johansson Film handelt und nicht um die Restaurierung eines philosophisch-angehauchten Cyberpunk-Klassikers, womit er sich auf den ersten Blick in die Riege von solchen Filmen wie "Under the Skin" und "Lucy" einreiht und dazu trashig-überzogene Sci-Fi mitbringt - da hätte man von vornherein davon ausgehen können, dass es nur es ein spärlicher Erfolg sein wird und Scarlett und ihr Ganzkörperkondom alleine nicht den kompletten Film tragen.
Inhaltlich ist er jedoch auch keine Leuchte.. Eine stark versimpelte (und abgeänderte) Story, die da wo sie eigene Wege zu gehen versucht, es nur schlecht macht. Vermute mal das wird sich auch rumgesprochen und den Willen für ein Kinogang etwas gedämpft haben


Zum "WhiteWashing" an sich mal paar Worte... wäre Scarlett Johansson nicht Scarlett Johansson und ihr Name damit kein so tragendes Gewicht haben, fände ich sie als Besetzung sogar verdammt gut und finde sie passt hier sogar besser rein als bei den Avengers etc.! Diese Debatte an sich kann ich nicht verstehen (auch aktuell bei dem Death Note Projekt von Netflix), schließlich handelt es sich ja um amerikanische Produktionen und nur weil das Ursprungswerk aus Japan kommt müssen die Charaktere doch nicht bis ans Ende aller Tage nur von den aus jenem Land gebürtigen verkörpert werden. Und wäre die Besetzung von L in DN dann BlackWashing? Eine Japanerin hätte die ganzen Abänderungen und die eigentliche Qualität des Films jetzt auch nicht ungeschehen machen können und dies verdient meiner Meinung nach mehr Kritik. Oder weiß man nicht mehr worüber man sich sonst noch aufregen kann?
Ein deutlicher Fall von WhiteWashing wäre da für mich eher sowas wie Matt Damon in "The Great Wall", wo es einfach kein Sinn macht, dass dieses Milchgesicht in dieser Epoche dort ist wo es ist. Und explizit da spürt man, dass man vorrangig einen Weißen reingequetscht hat um da vermarktungstechnisch mehr rauszuholen.


Sollte der Film irgendwann einmal auf Amazon Prime erhältlich sein, werde ich ihn mir sicherlich ansehen
nutz die Zeit und sieh lieber den Anime(film) an.. hast mehr von.^^
Letzte Änderung: 1 Jahr 3 Monate her von Kaidan.
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Ghost in the Shell - Ein Flop an den Kinokassen 1 Jahr 3 Monate her #791704

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Kaidan schrieb:
Inhaltlich ist er jedoch auch keine Leuchte.. Eine stark versimpelte (und abgeänderte) Story, die da wo sie eigene Wege zu gehen versucht, es nur schlecht macht. Vermute mal das wird sich auch rumgesprochen und den Willen für ein Kinogang etwas gedämpft haben

Kann ich als jemand, der den Film bis dato gemieden hat, bestätigen. Ich bin zwar erfahrungsbedingt leider schon bei allen Realfilm-Adaption von Anime (und bei Adaptionen Marke Hollywood im Speziellen) voraus schon grundsätzlich skeptisch und ... sagen wir mal negativ voreingenommen, aber im Falle von GitS hab ich zudem von allen Seiten ausnahmslos gehört, dass der Film genau die Aspekte, die den Anime so gut gemacht haben, in die Tonne wirft - und das war für mich dann letztendlich nur noch der letzte Sargnagel.

Zum Thema WhiteWashing sei gesagt, dass die Besetzung der Rollen mit nicht-asiatischen Schauspielern in vielen Fällen einfach keinen Sinn ergibt.^^ Mir ist nicht bekannt inwieweit sich beispielsweise das Death Note Projekt von Netflix an das Original halten will, aber generell bin ich der Ansicht, dass wenn das Setting auch in der Adaption noch Japan ist, die Charaktere weiterhin japanische Namen haben und sie im Original auch japanischer Herkunft sind, dann darf man das auch ruhig übernehmen. Mag natürlich sein, dass ich da einfach kleinlich bin, aber eine Scarlett Johansson als Kusanagi Motoko aus Japan verzerrt mir dann beispielsweise doch so ein klein wenig meine Immersion.^^

Ghost in the Shell - Ein Flop an den Kinokassen 1 Jahr 3 Monate her #791712

Der Begriff ist mir auch neu *o-brav* XD

Der Film an sich finde ich ist eine kleine nette Unterhaltung und mehr auch wieder nicht.
Allerdings war ich nicht in 3D drin

Meine Erwartungen waren wirklich sehr klein, ich habe nicht das beste erwartet vom Werk aber auch nicht das schlechteste.
Wenn man sich den Aufwand der Werbung ansieht und das Budget, fragt man sich für was?

Naja, bevor ich den Film attackiere zu meiner Bewertung.

Story muss ich wahrscheinlich nicht viel mehr sagen, es wurde wie zu erwarten ein Teil weggelassen und etwas gemischt und eben Puder Hollywood drauf gemacht.

Gelungen finde ich die Effekte, sind sehr gut und sind ein Blick wert. Besonders so kleine Details wie Scherben oder die Atmosphäre an sich, war gut gemacht.

Die Dialoge finde ich soweit gut, hätte in einigen Szenen mehr erwartet.
Dafür war es gegen Ende Spitze.

Die Schauspieler finde ich naja einige gut, andere ok.
Die meisten spielen einfach Ihre Rolle und das wars auch, so zumindest habe ich den Eindruck.

Im großen und ganzen finde ich den Film nicht so schlimm, würde ihn mir auch kaufen nur nicht feiern.

Liebe grüße

Bellgadong-Herr-der-Nodus
Wer sich allein auf seine Kraft verlässt begegnet eines tages einem stärkeren und wird diesen unterlegen sein.

Rechtschreibfehler könnt ihr behalten ;D

Proxer-Hessentreff-Fahne (freue mich über deine Teilnahme)

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Ghost in the Shell - Ein Flop an den Kinokassen 1 Jahr 3 Monate her #791716

Knives schrieb:
Mir ist nicht bekannt inwieweit sich beispielsweise das Death Note Projekt von Netflix an das Original halten will, aber generell bin ich der Ansicht, dass wenn das Setting auch in der Adaption noch Japan ist, die Charaktere weiterhin japanische Namen haben und sie im Original auch japanischer Herkunft sind, dann darf man das auch ruhig übernehmen.
Joa, das wäre das Maß an Unsinn worauf auch ich hinauswollte - wobei nicht mal Great Wall so anmaßend war sich so viel rauszunehmen..
Ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass Death Note in Seattle angesiedelt sein soll, daher geht es voll in Ordnung. Zu GitS kann ich mich trotzdem nur wiederholen, dass ich Scarlett Johansson sehr gut in der Rolle finde und auch wenn es mir kaum einer glauben wird, aber ich hatte mal noch bevor der Film überhaupt angekündigt war mir sie in einer möglichen Verfilmung gedacht.^^
Was den Schauplatz angeht kann mans immer noch auf die (globalisierte) Zukunft schieben, dass eine Weiße (und wir ja nicht weiter spoilern wollen^^) in Japan nichts Ungewöhnliches zu sein braucht, aber ich versteh schon was du meinst.

nebenbei witzig, dass gerade die WhiteWashing-Debatte den Filmen wohl die meiste PR beschert..

Ghost in the Shell - Ein Flop an den Kinokassen 1 Jahr 3 Monate her #791753

Habe den Film gestern gesehen, hab den Anime bis jetzt noch nicht geschaut, habe aber durch den Film echt Lust drauf. Daher kann ich Storytechnisch nicht wirklich mitreden. Aber mir hat der Film gefallen, natürlich hätte ich gerne etwas mehr über die psychologischen Aspekte eines Lebens innerhalb einer Maschine ohne Erinnerungen an die Vergangenheit erfahren und dann später mit der Kenntnis, warum Major in diesem Körper ist, wie sie sich dabei fühlt. Aber man muss auch realistisch sein, der Film ist 107 Minuten lang. Hier passen keine riesigen Diskussionen um die Aspekte eines solchen Lebens etc. rein, denn man hat den Film nun mal auch als Sci-Fi Actionfilm verkauft und nicht als Drama. Vielleicht hat der "Misserfolg" von Gits auch damit zu tun, dass er fast zeitgleich ins Kino kam mit dem Film für Anabol-Liebhaber und Freunde der billigen, sich wiederholenden Storylines, auch bekannt als Fast & Furious 8.

Nimmt man sich die Zeit und liest einige Kritiken durch, sieht man, dass der Film bei Fans des Mangas und der Serie nicht einmal so schlecht ankam. Au­ßer bei denen die erwartet haben in einem nicht einmal 2-stündigen Film eine volle und komplexe Zusammenfassung des Originals zu erhalten, mit einem Tiefgang in die Psychologie des Menschen etc. Aber ehrlich gesagt, finde ich es etwas lächerlich so etwas überhaupt zu erwarten.

Dass so viele hier den Begriff "Whitewashing" nicht einmal kennen deutet daraufhin, dass dieses Whitewashing eigentlich nur ein Problem für die Amerikaner darstellt. Oder hat sich hier jemals ein Türke beklagt, weil in keinem Krimi ein Türke Polizist ist und höchstens Verbrecher/Nebenfigur? Oder dass es keinen "Quotenschwarzen" hat? In jeder Soap die mein Mutter schaut, kommt kein Afrikaner vor und auch keine sonstigen Ausländer, vielleicht mal eine Griechin welche jedoch mehr Deutsch ist als die Oma in eurem Quartier.
Und gibt man sich sogar noch die Mühe, japanische Kritiken zu lesen (von Nutzern, nicht von den Medien), sieht man, dass viele Japaner sogar erfreut sind, dass eine solch hochkarätige, etablierte Schauspielerin eine Rolle aus einem japanischen Original übernimmt. VieleJapaner ärgerten sich eher daran, dass Takeshi Kitano sich nicht die Mühe gemacht hat, seinen Text in Englisch zu sprechen. Andere freuten sich über die Darstellerin von Motokos Mutter, welche für sie das Paradebeispiel einer japanischen Mutter richtig darstellen konnte.

Auch Mamoru Oshii, der Regisseur des Anime-Klassikers meinte zum Vorwurf des “White Washings”, dass dies für seine Heldin unhaltbar sei. Sie sei schließlich ein Cyborg und ihr maschineller Körper über menschliche Definitionen von Rasse erhaben.


Und so Leid es mir tut, schaut euch die beiden mal an. Scarlett Johansson sieht Motoko wirklich ähnlich.

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Also ich hatte meine Freude am Film, wer sich darüber streiten will, dass alle Rollen mit japanischen Schauspielern hätte besetzt werden sollen, soll sich doch gleich mal für alle anderen stark machen, die bei uns im Fernsehen zu kurz kommen. Und schreibt Hollywood auch noch eine Mail, dass in ihren Filmen mehr Europäer, Asiaten, Afrikaner, Südamerikaner etc. sein müssen.

Was ich übrigens gelesen habe zu Death Note ist, dass sich Japaner fragen wieso dort ein Afrikaner in der Sendung ist. Aber so viel zum Thema Whitewashing, man kann es nie allen recht machen.

Liebe Grüße
Tactus
Letzte Änderung: 1 Jahr 3 Monate her von Tactus.

Ghost in the Shell - Ein Flop an den Kinokassen 1 Jahr 3 Monate her #791758

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Tactus, mir kommt vor du redest da was WhiteWashing betrifft ein klein wenig am Thema bzw. an den bisher gebrachten Argumenten vorbei. Hier geht es ja nicht darum, dass möglichst viele Rassen/Minderheiten/whatever repräsentiert werden müssen, sondern dass die Besetzung in Hinsicht auf das Setting und die Original-Vorlage der jeweiligen Geschichte Sinn ergeben sollte.

Im Fall von GitS bzw. Motoko als Cyborg hat man da tatsächlich noch etwas Spielraum - in vielen anderen Fällen ergibt es aber schlichtweg keinen Sinn einen Charakter derartig zu verändern. In diesem Sinne: warum nicht gleich in Death Note aus dem Notizbuch einfach eine Handy-App oder einen Post-It Block machen, ist dann doch auch egal oder? :P

---

Ich glaub ich muss mir den Ghost in the Shell Film tatsächlich doch in naher Zukunft noch ansehen, damit ich hier besser mitdiskutieren kann.^^ Trotzdem würde ich aber mit meinem derzeitigen Informationsstand schon behaupten, es wäre sicherlich machbar gewesen den Film in eine Richtung mit mehr Tiefgang zu lenken. Ich kenne die Laufzeit der Real-Verfilmung zwar nicht, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die sich vom Umfang sehr vom Anime-Film abhebt.^^
Letzte Änderung: 1 Jahr 3 Monate her von Knives.

Ghost in the Shell - Ein Flop an den Kinokassen 1 Jahr 3 Monate her #791760

Knives schrieb:
Tactus, mir kommt vor du redest da was WhiteWashing betrifft ein klein wenig am Thema bzw. an den bisher gebrachten Argumenten vorbei. Hier geht es ja nicht darum, dass möglichst viele Rassen/Minderheiten/whatever repräsentiert werden müssen, sondern dass die Besetzung in Hinsicht auf das Setting der jeweiligen Geschichte Sinn ergeben sollte.

Stimmt, bin wirklich etwas abgeschweift, das tut mir leid. Bin aber ehrlich gesagt langsam auch etwas genervt davon, wie empfindlich alle sind/sein können, bin daher etwas in die Minderheiten/Rassismus-Ecke abgerutscht und vom Film an sich weggekommen.

Wollte eigentlich vor allem darauf aufmerksam machen, dass Whitewashing ein mehr oder weniger amerikanisches/westliches Phänomen ist. Darauf trifft mein Argument, dass die Japaner von Scarlett Johansson mehrheitlich begeistert sind zu. Kritik an der Besetzung Motokos gab es hauptsächlich von Schauspielern asiatischer Herkunft, ist natürlich ein Argument, man hätte asiatische Schauspieler nehmen können, die hätten die Rolle sicher gerne übernommen. Vielleicht hätte man ja eine Chinesin nehmen können, hätten die Japaner sicher alle Freude gehabt. Für mich haben jedoch praktisch in keinem Anime die Leute wirklich asiatische Merkmale. Und auch Major sieht für mich nicht asiatisch aus, aber vielleicht bin ich auch zu stark von Vorurteilen geprägt. Ich kann die Vorwürfe teilweise nachvollziehen, teilweise scheint es mir jedoch einfach auch übertrieben. In Filmen wie Gods of Egypt oder The Great Wall, kann ich wiederum verstehen, dass man von Whitewashing redet.


Man kann aber auch sagen, dass der gesamte Film ein Statement zum Thema Whitewashing macht. Major war einmal Motoko Kusanagi, eine Widerstandskämpferin gegen das System und die fortschreitende Technisierung - und natürlich Japanerin. Nachdem sie mitsamt ihren AnhängerInnen von der Regierung gekidnappt wird, wird ihr rebellisches Potenzial (ihr Gehirn) in einen Körper (ScarJo) gepflanzt, der einer anderen Ethnie (weiß, westlich) angehört. Man könnte hier einerseits eine versteckte Selbstkritik, andererseits eine direkte Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Problemen in der Erschaffung künstlichen Lebens sehen. Anstatt Mokoto Kusanagi als Mensch zu akzeptieren (oder klassischerweise vor ein Gericht zu stellen), nimmt das System sie in Haft und verleibt sie sich ein - und erschafft sie neu als funktionierende Maschine nach ihrem internalisierten Idealbild einer Frau. Im Film einerseits sind wir mit einer Welt konfrontiert, in der Geschlecht, Ethnien und kulturelle Eigenheiten sich komplett vermischt haben - und dennoch sucht sich ein System, in dem diese Vielfalt existiert, einen makellosen weißen Frauenkörper aus, um seine Vision einer hörigen Tötungsmaschine zu verwirklichen. Dass Mokoto als Major dann ihre wahre Identität findet, stellt doch die Frage, wie weit Identitäten dehnbar sein können, wenn man sie ungeachtet ihrer Herkunft einfach umpflanzen kann. Und vielleicht geht es hier auch darum, wie wir trotz aller Kulturvermischung von westlichen Idealen dominiert sind.
Auf einer Metaebene könnte man auch behaupten, dass genau dieses Umpflanzen eines japanischen Stoffs in das westliche Kino thematisiert wird. Was macht Motoko Kusanagi so japanisch, dass sie nicht auch von Scarlett Johannson gespielt werden könnte? Was hat diese Besetzung aber für Konsequenzen? Am Ende gibt es eine harmonische Szene zwischen Major und ihrer Mutter, bzw. der Mutter ihres Ghost - und die Mutter handelt so, als würde sie wirklich ihre Tochter wieder haben.

Ich hoffe, ich bin diesmal etwas näher an der Thematik geblieben.
Letzte Änderung: 1 Jahr 3 Monate her von Tactus.
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