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THEMA: Diskriminierung(Tagebucheintrag)

Diskriminierung(Tagebucheintrag) 2 Monate 2 Wochen her #824556

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Ich erlebe an diesen Tagen, diese, welche ich mir im Endeffekt selbst ausgesucht hatte, immer wieder Diskriminierungen.

Ich habe es raus geschafft. Raus geschafft aus einem Höllenstrudel, in dem man bekanntlich die Abwärtsspirale des Sterbens erkennen kann. Dreht es nach rechts oder links? Nein, es dreht sich nach unten, was das einzig Wichtige ist. So habe ich nie gelebt und man wollte trotzdem, dass ich das Leben anpacke. So bin ich nie draußen gewesen und man erwartete von mir, draußen „Spaß“ zu haben. Wie soll man ohne Geld die Welt entdecken als kleiner Knirps? Wie soll man als weltfremder und gestörter Narzisst jemals das Glück anderer erleben?

Die Antwort war irgendwann klar – ich will nicht das, was andere haben. Ich war nie herumgelaufen und es hatte sich nie was entwickelt, was mir persönlich etwas gebracht hatte, kein Verliebtsein, keine Solidarität zu Cliquen, keine Drogen oder Rauschmittel, keine Familie, bei der ich mich wohl gefühlt hatte – für mich war es damals nur der Glaube an ein göttliches Wesen, wofür ich vor hatte, nichts und niemanden zu schaden, nicht mal mir selbst. Ich wollte jedoch tief im inneren etwas anderes – Liebe. Kein imaginäres Wesen konnte mir das geben, erkannte ich irgendwann...

Doch nie hatte ich diese erfahren bis zu meinem 18. Lebensjahr. Eher war das Gegenteil der Fall und purer Hass überschüttete mich mit ihrer klebrigen und permanenten Konsistenz – zwei bis drei Badewannen am Tag. Doch der Glaube hielt mich davon ab, alles hinzuwerfen und Standhaft zu bleiben, weil ich stark war.
Nicht stark im Sinne einer starken Persönlichkeit – meine Stärke war Hoffnung. Und mein Glaube daran.

Und diese Hoffnung kam irgendwann. In welcher Form? Man wird es mir kaum glauben, aber diese Hoffnung hat mein Leben gerettet und gleichzeitig an meinem Leben gezerrt. Doch ich habe erkannt, wie man diese Hoffnung umsetzen kann, um die negativen Folgen auszuhebeln.

Es sind nun mal doch Drogen gewesen, die mir gezeigt hatten, dass nicht nur purer Schmerz und Gefühle im Raum sitzen, diesen Raum mit vier Wänden, an denen an jeder Wand jeweils meine Hoffnungen und Träume standen. Denn ich erkannte, dass es da draußen viel mehr als diese vier Wände gab und diese niemals erfüllt werden würden, würden sie nur an diesen vier Wänden stehen.

Ich habe auch erkannt, dass nur Drogen genau so wenig wert haben, wie diese vier Mauern – es sind nun mal nur vier Mauern und kein Dach schützt mich vor Kälte. Regen, Hagel oder Blitzen. Es sind nun mal nur vier Mauern und kein Boden schützt mich vor dem ewigen Fall eines Egozentrikers, Selbstverliebten, Eitlen oder Oberflächlichen.

Es sind nicht diese vier Wände die mich schützen und nicht diese Drogen, die mich das richtige fühlen lassen – denn Gefühle sind vergänglich und Glück ist auch vergänglich, egal ob mit oder ohne, also spielt es keine Rolle. Es ist entweder da oder nicht – letztendlich muss ich leben wie die Gesellschaft, aber ich werde einen Teufel tun und so leben wie jeder und alles genau so leben und leben wie Oskar oder Peter und eine Frau finden und Kinder zeugen und ein Haus bauen oder viel Geld verdienen, weil Geld für viele so viel Wert ist fürs Leben, denn ohne viel Geld bedeutet ein Leben leben ohne viel Inhalt.

Ich will kein Mensch sein, dafür hab ich schon zu viel gefühlt. Aber was ich will oder nicht, ist absolut nicht wichtig, ich lebe um zu leben und nicht um krampfhaft ein „schönes Leben“ zu kriegen beziehungsweise zu erkämpfen.

Es muss ein Zusammenspiel aus allem sein. Wenn die Decke mir nicht auf den Kopf fallen soll, sondern mich vertrauensvoll wärmen soll. Wenn die Drogen mir nicht meine letzte Kraft rauben sollen, sondern mir die Energie und die Abwechslung geben sollen.
Dennoch empfinde ich es als diskriminierend, dieses Leben – im Endeffekt hätte ich es schon gerne anders. Es ist eine Schande, dass man Leuten wie mir nicht hilft, weil es allen egal ist, weil man anders ist, weil man anders als alle ist und deswegen abgewertet und geschlagen und getreten und gemobbt und diskriminiert wird. Schöne Welt.

Keiner sucht sich das aus und nur einige schaffen es, so wie alle anderen zu sein beziehungsweise das zu haben, was sie haben. Zum Glück will ich nicht sein wie der Rest der Welt.

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"...aber als Daumenregel gilt: je kleiner, desto kleiner."
*o-XD* *o-haha* *o-kihihi*

Diskriminierung(Tagebucheintrag) 2 Monate 2 Wochen her #824704

Nur als Frage vorneweg: Willst du, dass dein Tagebucheintrag in irgendeiner Form kommentiert wird? Das Einstellen des Textes zeigt eigentlich, dass du für weitere Kommentare offen bist. Leider fehlen mir ein paar Worte von dir, um dein Tagebucheintrag einzuordnen. Zumal diese für das festhalten persönlicher Erlebnisse und Gedanken sind. Daher lass mich wissen, wie der Text interpretiert (oder nicht interpretiert) werden soll.

Unabhängig deiner Intention hätte ich ein paar Fragen: Für mich wird nicht klar, wer dein Leben diskriminiert und was er davon diskriminiert. Sieht jemand auf dich herab, weil du dein Leben anders lebst? Für mich wird nicht deutlich, was an deiner lebensweise anders ist. Welche Aspekte deines Lebens machen dich anders? Letztendlich sind es die Aspekte, die zur Diskriminierung, Gewalt und Ausgrenzung führen. Aber eben über diese wirst du auch definiert, von dir selbst und deiner Umwelt.

In deinem Text werden viele Themen angesprochen, ich kenne das selber, wenn ich meine Gedanken einfach niederschreibe. Meist gibt es keinen konkreten Punkt und man springt zwischen Konzepten, Ideen und Gefühlen hin und her. Das ist hier nicht zu kritisieren, aber wenn du damit etwas ausdrücken möchtest, würde ich dem Text nochmal etwas Zeit geben. Denn welchem Zweck dienen diese Worte und selbst, wenn sie keinem Zweck dienen, wieso hast du sie dann hier gepostet? Irgendwas wolltest du doch insgeheim erreichen, dass deine Worte von fremden gesehen werden.

Bevor ich näher auf deinen Text eingehe, würde ich das gerne Wissen. Immerhin gibt es zu den Themen, die du ansprichst, viel zu sagen.
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Diskriminierung(Tagebucheintrag) 2 Monate 1 Woche her #824961

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Guten Abend,

einige Dinge stehen zwischen den Zeilen, ich bin kein großer Fan von offensichtlichen Fakten. Unter anderem ist es für mich jedoch wichtig, dass es irgendjemand erreicht hat, auch wenn es manchmal eine negative Wirkung hat, aber es gibt mir ein Gefühl des
Gehört-Werdens und naja, ich bin Narzisst....

Was ich auch noch ganz nice fand, wie ich einen Text von mir von vor 5 Jahren gefunden hatte - was äußerst interessant und für mich unbezahlbar ist, da ich so wenig von meiner Jugend habe. Dadurch mache ich mir Gedächtnisstützen...

Ich hätte nicht gedacht, dass sich jemand damit auseinandersetzen würde, deswegen hatte ich dem Text auch keinen Wert gegeben..

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Leider war meine Antwort zu hastig gehetzt worden. Wegen Zeitmängeln war die Antwort dadurch leider etwas leeeeer...*o-run* *o-run* *o-pfeif* *o-hi*
"Unabhängig deiner Intention hätte ich ein paar Fragen: Für mich wird nicht klar, wer dein Leben diskriminiert und was er davon diskriminiert. Sieht jemand auf dich herab, weil du dein Leben anders lebst? Für mich wird nicht deutlich, was an deiner lebensweise anders ist. Welche Aspekte deines Lebens machen dich anders? Letztendlich sind es die Aspekte, die zur Diskriminierung, Gewalt und Ausgrenzung führen. Aber eben über diese wirst du auch definiert, von dir selbst und deiner Umwelt."


Ich würde behaupten, es war letztlich alles, was mir den Sack frierte. Diskriminierend meinte ich aufgrund der eigenen Schwäche, weil man als schwacher Mensch alles verlieren kann, obwohl man alles geben wollte... Es ist durch absurde Umständen möglich, dass Menschen den Suizid vorziehen, was zu schade und traurig ist... Diese Menschen bekommen jedenfalls immer mehr Gehör, jedoch ist ein großer Teil immer noch Opfer von Schulen, Betrieben, Partnern und Familien... Ich war auch schwach, wirklich schwach meine ich... Und im Endeffekt musste ich selbst damit klar kommen, was für manche unmöglich ist, denn sie bleiben immer schwach, ihr ganzes Leben lang...

Ich meine nicht, dass Schwäche etwas Schlechtes ist, sondern nur ein Defizit von vielen möglichen - jedoch ist es umso härter, je stärker der Mangel ausgeprägt ist. Ich weiß, dass selbst behinderte Menschen ohne Beine oder sonst was Berge erklommen haben... Aber das ist die Ausnahme...
Jedenfalls habe ich meine psychischen Krankheiten überwinden können und lebe ein mehr oder weniger normales Leben - nur ist in mir manchmal immer noch der unsichere, kleine, einsame Junge von damals - Gewohnheiten machen das ganze Leben im Großen Ausmaße aus und für mich war es irgendwann Gewohnheit, zweimal die Woche zu duschen, mich nicht zu pflegen, spät einzuschlafen wegen Schlafstörungen oder alleine Tag für Tag vor dem PC zu hocken, Drogen zu konsumieren und vor lauter Power in den Beinen nervös werden und mit den Beinen zittern und Pipapo - diese Probleme habe ich größtenteil regeln können, seit ich die Arbeit angefangen habe, aber leicht ist es nie, weil ich alles alleine machen muss.
Schön, ich weiß halt scho', dass das Leben prinzipiell alleine gelebt wird im weitesten Sinne, deswegen nur dieser Ausruck an Empörung in Form dieses Textes, weil es das nicht Wert wäre, sich darüber ernsthaft aufzuregen, da ich in keiner prekären Lage wie früher bin - aber für manche, die die ganze Scheiße noch aushalten und ertragen müssen, ist der Text vielleicht wenigstens etwas unterhaltsam oder ähnliches.

Ich hoffe, ich konnte deine Fragen beantworten *o-toohappy* *o-bye*
"...aber als Daumenregel gilt: je kleiner, desto kleiner."
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Letzte Änderung: 2 Monate 1 Woche her von BigBoss.
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